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Ausstellung “Teilhabe” mit Monika Supé, Galerie Bezirk Oberbayern

Mar 19 - Sep 30

Free

 
 

Wichtige Information: Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Ausstellung ab 27.06.2020 nur einzeln oder in kleinen Gruppen und unter Einhaltung der aktuellen Hygiene-Regeln zugänglich! Bitte am Eingang klingeln und der Pforte mitteilen, dass man in die Ausstellung möchte. Die Ausstellungsdauer wurde bis zum 30.09.2020 verlängert.

Hier finden Sie eine Einführung in die Ausstellung.


 
 
 
 
 
 

FÜHRUNGEN & ÖFFNUNGSZEITEN


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Ausstellungzeitraum
19. März bis 26. Juni 2020 30. September 2020
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Vernissage (Abgesagt)
18. März, 18 Uhr
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Inklusives Begleitprogramm / Führungen

08. April, 19:00 Uhr
Künstler-Führung (Online)
Die Führung wird in Gebärdensprache simultanübersetzt.

Hier können Sie die Führung noch einmal sehen:

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21. April, 18.30 Uhr
Führung in leicht verständlicher Sprache (Abgesagt)

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15. Mai 2020, 18 Uhr
Tastführung für Blinde und Sehende (Abgesagt)

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Anmeldung über www.bezirk-oberbayern.de/Galerieanmeldung
Eintritt bei allen Veranstaltungen frei, Zugang barrierefrei, alle Veranstaltungen sind gebärdenunterstützt. Ausstellungstext in Leichter Sprache und in Braille.
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Weitere Informationen für die Medien bei Kerstin Schwabe
Telefon: 089 2198 91101
E-Mail: Kerstin.Schwabe@bezirk-oberbayern.de
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Öffnungszeiten der Galerie
Montag bis Donnerstag 8 – 17 Uhr
Freitag 8 – 13 Uhr
feiertags geschlossen

Bitte am Eingang klingeln und der Pforte mitteilen, dass man in die Ausstellung möchte. In der Ausstellung müssen die allgemeinen Hygiene-Richtlinien beachtet werden.
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Telefon: 089 – 21 98 31 201 | galerie [ät] bezirk-oberbayern.de | www.kunst-inklusive.de

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TEILHABE – DAS KONZEPT


 

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Der Titel der am 18. März beginnenden Ausstellung „Teilhabe“ ist wörtlich gemeint:
Besucherinnen und Besucher der Galerie des Bezirks Oberbayern sind dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden und Kunst mitzugestalten. Die Ausstellung zeigt einen breiten Einblick in die künstlerische Arbeit Sinan von Stietencrons und Monika Supés, sowie eine interaktive Gemeinschaftsarbeit, die von den Besuchern verändert und weiter entwickelt werden darf.
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Die Ausstellung versteht den Begriff „Teilhabe” als einen natürlichen Aspekt von jeglicher Kunst. Im Gegensatz zum Begriff kulturelle Teilhabe, der i.d.R. auf das Einschließen bestimmter Gruppen abzielt, verstehen wir den Begriff Teilhabe in einer Kunst-immanten Weise und auf alle Menschen bezogen: Ein Kunstwerk ist nur dann ein Kunstwerk, wenn es als Kunstwerk von einem Betrachter wahrgenommen wird. Dieser Wahrnehmungsprozess verläuft immer anders und lässt dadurch den Betrachter zum Teil jeder künstlerischen Arbeit werden.
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Für die Ausstellung haben wir Arbeiten gewählt und entwickelt, die diesen Aspekt der Teilhabe an der Kunst besonders lebendig und interaktiv zeigen. Im Zentrum der Ausstellung steht eine interaktive Gemeinschaftsarbeit, die die Besucher selbst mitgestalten und so Teil des künstlerischen Prozesses werden können.
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Die Besucher nehmen Teil am und werden Teil vom künstlerischen Prozess
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So finden sich in der Ausstellung Fotografien, Objekten und Drahtskulpturen auch eine Auswahl an Arbeiten, die mehr als nur rein visuelle Zugänge ermöglichen. Einige Arbeiten kann man berühren, mit den Fingern erspüren, selbst zum Leben erwecken, mitgestalten oder aber auch nur mit dem Bauchgefühl / Gehör steuern. So ist die Ausstellung für Sehende, wie auch für nicht-Sehende konzipiert.
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Schließen Sie Ihre Augen! Was, von dem was sie gerade tun, können Sie nun noch ohne weiteres tun?
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Verschließen Sie ihre Ohren!
Wie funktioniert nun Kommunikation? Welche Töne spüren Sie auch weiterhin?
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Unser Konzept hat auch – aber nicht nur – mit unserem Ausstellungsort zu tun. Bereits seit 2012 setzt die Galerie Bezirk Oberbayern Zeichen für ein Zusammendenken von Kunst und Inklusion. Für alle Ausstellungen gibt es ein inklusives Rahmenprogramm mit Tastführungen, Workshops, Künstlergesprächen und Führungen in leicht verständlicher Sprache. Alle Veranstaltungen werden in Gebärdensprache übersetzt. Der Galerieraum ist barrierefrei und die Ausstellung kostenlos. Kunst inklusive! heißt aber auch, dass bildende Künstler (ob mit und ohne Behinderung) gemeinsam ausstellen und ihre Ausstellung so gestalten, dass sie auch für Menschen mit Einschränkungen erlebbar wird. Für unser – meist sehr visuell geprägtes – Verständnis von bildender Kunst bedeutet diese Herangehensweise an Kunst eine wichtige und interessante Erweiterung, die auch Monika Supé und mich im Vorfeld der Ausstellung in unseren Konzepten sehr bereichert hat.

 
 
 
 
 
 

DIE KÜNSTLER


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Die Ausstellung “Teilhabe” ist eine Gemeinschaftsarbeit von Monika Supé und Sinan von Stietencron. Beide zeigen eigene Arbeiten, wie auch die große, gemeinsame Arbeit “Prozess-Ontologie #2.03” (siehe unten), die das Zentrum der Ausstellung bildet.

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Monika Supé (www.monikasupe.de)
Monika Supés Interesse gilt unserem Verhältnis zu Raum und Zeit. Sie interessiert, wie wir uns darin verhalten, was wir sind und was uns ausmacht. Aus der Architektur kommend, ist sie es gewöhnt, Körper und Raum in Linien auszudrücken, deshalb „denkt“ sie oft in Linien, zeichnet mit Tusche oder benutzt Materialien wie zum Beispiel Draht oder auch Gummiband und Faden.
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Vor allem Draht verwendet sie als Linie im Raum. Sie verhäklt ihn zu hüllenartigen aber durchscheinenden Gebilden, mit denen sich die Grenzen von Raum zu Körper ausloten lassen. Manche erinnern an menschliche Körper, manche sind so gearbeitet, dass man als Mensch in sie hineinschlüpfen kann.
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Einige der Drahtobjekte werden auf Podesten oder Ständern statisch präsentiert, andere dagegen lassen sich berühren. Sie sind von der Decke abgehängt im Raum installiert, sodass der Besucher von unten hineinschlüpfen kann. Außerdem zeigt die Ausstellungen Zeichnungen und auch Abgüsse in Beton, die mit den Fingern „gelesen“ werden können.
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Sinan von Stietencron
Sinan von Stietencron ist Philosoph und Künstler. Seine künstlerische Arbeit ist eine Erweiterung seiner philosophischen Untersuchungen in den nicht-sprachlichen Bereich. Er arbeitet multidisziplinär in den Bereichen Fotografie, Skulptur und Installation. Eines seiner Hauptinteressen gilt der Rolle und dem Standpunkt des Betrachters. Daher sind viele seiner Arbeiten darauf angelegt, mit dem Betrachter in eine Interaktion zu treten, sei es indem sie sich selbst bewegen oder verändern oder indem man die Arbeiten mit neuen Blickwinkeln erforschen kann.
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Einer seiner Schwerpunkte sind Portraits aus stabilem Eisendraht. Sie entstanden aus Überlegungen zur Identität des Menschen. Wir alle machen uns ein Bild von anderen Menschen, doch dieses Bild ist einseitig und lückenhaft. Verändern wir unsere Perspektive, so verändert sich auch der Mensch vor uns. Tut er das wirklich, oder nur in unserer Wahrnehmung. Die 2,5 dimensionalen Drahtportraits haben so viele “Ausdrücke”, wie es Blickwinkel gibt.
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Weitere Kernbereiche seiner Arbeit sind Fotografien und die Arbeit mit gefundenem Material. Ob ein Stück Stoff, Holz oder ganze Fahrräder, in jedem Material stecken Geschichten und Welten, die durch Beobachtung und Kreativität hervorgelockt werden können. In seinen Fotografien interessiert sich Sinan von Stietencron vor allem für Atmosphären und das, was nicht dargestellt ist, obwohl es auch nicht versteckt ist: Ein verhülltes Auto, ein versteckter Blick, die fehlenden Handwerker oder eine Erklärung für die markierte Bananenschale auf dem Boden.
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PROZESS-ONTOLOGIE


 
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Die Gemeinschaftsarbeit “Prozess-Ontologie #2.03” besteht aus zwei Teilen, die beide auf ihre Art und Weise interaktiv erlebbar sind. Diese beiden Teile bilden den inhatlichen Kern der Ausstellung.
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Auf einer 3m x 4m großen, schwarzen Fläche hat Monika Supé eine Zeichnung aus weißem Sand gefertigt, indem sie den Sand langsam und kontrolliert durch einen Schlauch auf die Fläche fließen hat lassen. Dabei entstand eine Zeichnung, die an einen gestrickten, weißen Wollschal erinnert. Neben der schwarzen Fläche hängen an Besenstilen befestigte Pinsel, die die Besucher benutzen können, um die Zeichnung zu verändern.
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Über der schwarzen Fläche ist eine Kamera befestigt, mit der Sinan von Stietencron den Zeichenprozess von Monika Supé aufgezeichnet hat. Über die Zeit der Ausstellung nimmt die Kamera weiterhin alle Veränderungen auf, die auf der schwarzen Fläche geschehen. Dieser aufgezeichnete Prozess wir eingespeist in eine Video-Installation, die auf den Betrachter reagiert. Dies dauert einige Tage, sichtbar sind also immer nur Spuren von vergangenen Besuchern. Begleitet von einem sich selbst modulierenden, tiefen Cello-Ton, können die Betrachter den Prozess selbst “durchschreiten” und sich dabei entweder vom Bild oder vom Ton leiten lassen. Der tiefe Ton ist auch für Menschen mit schlechtem Gehör deutlich spürbar.
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Wie der Name schon verrät, ist das gesamte Kunstwerk Teil einer (Forschungs-)Reihe, die Sinan von Stietencron im Jahr 2010 mit dem Maler Robert Weissenbacher initiierte. Seither gabe es insgesamt acht Ausführungen (#1.01-#1.05 und nach umfassenden technischen Neuerungen #2.01-2.03). Die grundlegende Fragestellung hinter diesem Forschungsprojekt ist die Frage, ob und wie man ein Kunst als lebendigen Prozess austellen kann. Die Prozess-Ontologie, eine metaphysische Strömung in der Philosophie geht davon aus, dass die Welt ein fortwährender Prozess ist und keine feste Substanz. Enstprechend müsste ein Kunstwerk, dass die Welt beschreiben will auch kein Ergebnis (wie z.B. ein Gemälde), sondern ein echter Prozess sein (wie z.b. eine Pflanze). Die Reihe Prozess-Ontologie gibt eine mögliche Antwort auf diese Frage.
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Dieses Kunstwerk ist in dieser Forschungsreihe ein großer Schritt, denn die Besucher konnten bisher noch nie beide Seiten des Kunstwerkes mitgestalten. Sand hat einzgartige Zeicheneigenschaften, besonders mit den gewählten Pinseln und auf dem schwarzen Hintergrund ist das Zeichnen eine herausfordernde und interessante Erfahrung. Mit zunehmendem Bildmaterial wird aus auch zunehmend anspruchsvoller die Videoinstallation mit der eigenen Körperbewegung zu steuern…
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IMPRESSIONEN AUS DER AUSSTELLUNG



Fotografien: Max Hänisch, Monika Supé, Sinan von Stietencron

Details

Start:
Mar 19
End:
Sep 30
Cost:
Free
Event Category:
Event Tags:
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Venue

Galerie Bezirk Oberbayern
Prinzregentenstraße 14
München, 80538 Germany
+ Google Map
Website:
www.kunst-inklusive.de